Erst einmal keine Änderung der lockeren EZB-Geldpolitik, doch Zinserhöhung in diesem Jahr möglich

Bereits in der vergangenen Woche hatte die US-Notenbank Fed eine erste Zinserhöhung für März in Aussicht gestellt. Damit erhöhte sich auch der Druck auf die Europäische Zentralbank EZB.

Die Ratssitzung der EZB am gestrigen Donnerstag wurde daher mit Spannung erwartet. Hinzu kommen noch die hohen Inflationszahlen in der EU, sodass auch in der Führung der EZB die bisherige Einschätzung der Teuerung als ein vorübergehendes Phänomen von einigen Mitgliedern hinterfragt wird.

Fed hat die Zinswende bereits klar signalisiert

Erst vor einer Woche hatte die US-Notenbank eine baldige Erhöhung des Leitzinses und damit den Beginn der Zinswende signalisiert. Die hohe Inflation in den USA von 7 Prozent und eine Arbeitslosenquote von rund 4 Prozent hatten den Druck auf die Fed erhöht.

Zwar beließ auch die US-Notenbank den Leitzins noch bei 0,00 bis 0,025 Prozent, doch in der anschließenden Pressekonferenz  schürte Fed-Chef Jerome Powell die Angst vor einer zu schnellen Zinswende.

Am Donnerstag wurde nicht zuletzt deswegen die Ratssitzung der EZB mit großer Spannung erwartet. Doch auch die hohen Inflationszahlen in der EU spalteten die Gemüter.

Spannung vor der Ratssitzung

Was tut die EZB? Das war am gestrigen Donnerstag  die zentrale Frage. Folgt die Europäische Zentralbank dem Beispiel der US-Notenbank, oder hält sie weiterhin an ihrer lockeren Geldpolitik fest?

Die weiterhin hohen Inflationszahlen schüren die Angst bei den Investoren, dass die Zentralbank zu wenig gegen die Inflation tut. Für den Januar hatten die Ökonomen ursprünglich mit einer Teuerungsrate von 4,4 Prozent gerechnet. Tatsächlich ist die Inflationsrate jedoch noch einmal angestiegen und lag letztendlich bei 5,1 Prozent. 

 

Vorsichtige Wende in Sicht

Zunächst hält die EZB so, wie von vielen erwartet, an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Die Anleihekäufe sollen nur langsam zurückgefahren werden. So soll das Anleihekaufprogramm PEPP im März auslaufen.

Das ältere Kaufprogramm APP soll ab April von derzeit 20 Milliarden Euro monatlich auf 40 Milliarden Euro aufgestockt werden. Bis Oktober soll das Niveau dann schrittweise auf 20 Milliarden Euro pro Monat sinken.

Der Leitzins bleibt nach wie vor bei 0,00 Prozent und auch der Einlagenzins bleibt mit minus 0,5 Prozent zunächst weiterhin auf dem alten Niveau.

Auch wenn die Mehrheit der Experten von der gestrigen Ratssitzung keine Änderungen in der Geldpolitik erwartet hatten, wurden die anschließende Pressekonferenz von EZB-Chefin Christine Lagarde und insbesondere ihre Haltung zur Inflation mit großer Spannung erwartet.

 

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