Staatsschulden, Zinsen und Steuern

Der Trugschluss einer seriösen Problemlösung durch staatliche Finanzierungen ist mit der Überheblichkeit von Beamten zu begründen. Denn der Staat übernimmt die Stimme des Volkes und handelt in ihrem Sinne. Dies zumindest ist der Vertrag und Souveränitätsabgabe mit der Hoffnung für Besserung. Allerdings wird es problematisch, wenn „Staatsbedienstete“ ihre Aufgabe als Job sehen. Dann geht es nämlich nicht mehr um die Gemeinschaft (Volk), sondern um den individuellen Profit.

Es ist natürlich einfach das Geld anderer Menschen auszugeben und dafür keine Haftung zu tragen. Für die Bevölkerung ist es auf den ersten Blick ebenfalls einfach die Verantwortung abzugeben. Wer Verantwortung abgibt ist allerdings in dem aktuellen Finanzsystem trotzdem verantwortlich. Er muss nämlich für das Miss-Management der Staatsbediensteten haften. Dies ist ganz einfach der Vertrag, welchen ein Bürger mit der Abgabe seiner Stimme an die „Verwaltung / ReGIERung“ abgibt.

Der Aufbau von Staatsschulden ist gleichermaßen der Schuldenaufbau der Bevölkerung. Die Verzinsung muss ebenfalls das Volk erwirtschaften. Ganz simpel funktioniert alles über Steuern. So weit so gut, wenn der Staat die Schulden für produktive Investitionen richtig einsetzt. Fließt oder versickert das auf Schulden entnommene Kapital in anderen Kanälen mit Absichten gegen das eigene Volk, so entsteht langfristig eine Situation, die man als strukturierte ENTEIGNUNG bezeichnen kann.

Deutschland ist ein ausgezeichnetes Negativ-Beispiel in diesem Zusammenhang. Auf den Schultern der eigenen Bevölkerung werden Hilfsprogramme ins Ausland vergeben. Rund 600 Millionen Euro gibt Deutschland jährlich an China. Der Betreff bei der Überweisung ist „Entwicklungshilfe“. Dabei hat China mittlerweile Deutschland als Exportweltmeister bereits abgelöst. Es ist schon komisch, dass man auch Indien zum Aufbau von neuen Kraftwerke finanziert, während im eigenen Land exakt diese Infrastruktur abgebaut wird und dadurch sogar die Lebensqualität durch extrem hohe Energiekosten schwindet.

Für einige Menschen hört sich dies an, als wäre es ein riesiger Raubzug gegen das eigene Volk. Im sexuellen Jargon kann man eine solche Haltung auch als Masochismus bezeichnen. Man fühlt sich also in der Positionen eines Sklaven wohl und bezahlt für die Bestrafung. Diese Haltung ist etwas eigenartig. Oder wurde eine solche Haltung der Selbstbestrafung über Jahrzehnte hinweg durch eine Bildungsindustrie und mediale Hirnwäsche bewußt begünstigt?

Steuern sind seit der 1980er Jahre strategisch mit der eigenen Bürgerkontrolle aufgebaut worden. Mit dem Wort „Steuerhinterziehung“ hat man eine Straftat aufgebaut und der Staat lenkt an diesem Punkt von der eigenen Steuerverschwendung ab. Das Wort „SteuerverUNTREUUNG“ ist hier ein wichtiger Baustein. Während Bürger für Falschangaben der Abgabe von Steuern eingesperrt werden, haben die Staatsbediensteten einen absoluten Freibrief diese Bürger-Gelder willkürlich auszugeben. Erinnert man sich nur an den Berliner Flughafen, Stuttgart 21 (womöglich 2100), Philharmonie und verwirrte sinnlose Kriegseinsätze, hinter welchen wahrscheinlich kein einziger Steuerzahler steht.

Fazit:

Wer seine Stimme bei einer politischen Wahl abgibt, muss auch Steuern bezahlen. Er hat ohnehin mit der Abgabe seiner Stimme sein Mitspracherecht abgegeben. Ein Aufruf zur Steuerhinterziehung ist verboten! Dennoch sollte sich jeder Einzelne über die Investitionen des durch Steuern finanzierten Staates Gedanken machen. Somit könnte man im philosophischen Recht einen Steuerzahler für Kriegseinsätze mit verantwortlich machen, weil solche Verbrechen schließlich von jedem Steuerzahler mitfinanziert wird. Dieser Tatsache scheint sich kein Steuerzahler bewußt sein.

Dies ist ein Betrag, der zum Mitdenken anregen soll.

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Rainer Hahn

Rainer Hahn ist Chefredakteur von www.swissmonday.de. Mit seinem im Jahr 2005 veröffentlichtem Buch „Investieren in Asien“ und Mitgründer der Börsenpublikation „Tiger&Dragon“ und EMFIS.com war er maßgeblich an der Informationsgestaltung und Aufklärung der Emerging Markets im deutschsprachigen Raum beteiligt. Seine Expertise war bei zahlreichen Medien als Interview-Partner zum Beispiel beim Handelsblatt und DAF gefragt. EMFIS.com wurde außerdem durch die regelmäßigen Auftritte bei N-TV und der 3-SAT-Börse bekannt.

Im Anlageausschuss war Rainer Hahn bei einigen Finanzprodukten wie dem Asien Umwelt Index der Deutschen Bank und dem China Equity 2008 der ABN Bank in der Schweiz. Außerdem hat Rainer Hahn für eine Reihe von Investmentbanken Markt- und Unternehmensanalysen geschrieben.

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