Auto-Hersteller verlassen Deutschland – Zahlenschock!

Der Industriestandort Deutschland baut sich auf vielen Ebenen systematisch ab. Es ist aber nicht die Schuld der Industrie, sondern der Abbau einer zuvor ausgezeichneten Infrastruktur. Parallel entnimmt Europa – allen voran – den Automobilherstellern die Existenz ihrer Produkte. Durch die Klimapolitik wird das Diesel- und Benziner-Auto in Deutschland mit schnellen Schritten abgeschafft. Das Ergebnis: am Ende leidet ein deutscher Autobauer gleich unter zwei elementaren Problemen, die ein „Good Bye Germany“ nahezu notwendig machen.

Nachdem Daimler die Ankündigung Tausender Mitarbeiter bereits seit geraumer Zeit in den Raum stellt, nehmen die Spekulationen einer verstärkten Produktionsverlagerung nach China zu. China ist für Daimler der wichtigste Absatzmarkt und pflegt seit 10 Jahren eine Überkreuzbeteiligung und Kooperation. Mittlerweile halten chinesische Investoren knapp 20% am ursprünglichen Stuttgarter Autokonzern. 10-TAUSENDE von Stellen könnten in den nächsten Jahren verschwinden. Denn die Motorenwerke in Berlin und Stuttgart-Untertürkheim werden geschlossen.

Auch BMW muss und wird in Deutschland Arbeitsstellen abbauen. Das Motorenwerk wird nach Österreich verlegt. Offensichtlich nimmt man jetzt die Ankündigungen der Politik ernst, dass das Verbot der Verbrennermotoren umgesetzt wird. Es macht also sowohl aus wirtschaftlicher als auch Absatzmarkt keinen Sinn mehr. BMW zieht auch beim Stellenabbau den Plänen von Daimler nach und will 6.000 der 34.000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen.

Jetzt will auch Audi das sinkende Schiff der Verbrennerverbieter Deutschland verlassen und stellt gleichzeitig die Produktion nach China um. Die Anzahl der abzubauenden Stellen versuchen die Großkonzerne mit deutlich weniger Arbeitsplätzen für die E-Mobilität über Medienberichte die Wahrheit etwas schmückend zu umschreiben.

Aber jetzt kommt erst die wirkliche Katastrophe auf den Tisch: Die Zuliefererindustrie und selbst DAX-Konzerne wie Continental bangen, rutschen in Schieflage und müssen sich ebenfalls einen Ausweg suchen. Laut Heise Online könnte es bis zu 250.000 Mitarbeiter in Deutschland treffen. Die wichtigste Industrie in Deutschland steht zweifelsohne vor dem Abgrund. Und eine kleine Hochrechnung: wieviel Haushalte hängen an diesen 250.000 Mitarbeitern dran? Man munkelt, dass bei einem durchschnittlichen 3-Familienhalt bis zu 750.000 Menschen ohne Arbeit und somit vom Arbeitsamt abhängig sind.

Was sind die Folgen für das Sozialsystem? Das überaus hilfreiche Deutschland – vor allem wenn es um das Ausland und „humanitäre Hilfe“ wie Militäreinsätze in Afghanistan & Co. rausblasen, muss den Ausgleich über Steuern ermöglichen. Ein Teufelskreis, aus dem Deutschland nach meiner Ansicht nicht mehr herauskommt. Eines Tages kommt es schon wieder zu einem Aufschwung. Aber dafür muss erst die Rezession zu einer wirtschaftlichen Revolution kommen, die allerdings nicht durch das Abzwicken von Energie (Strom) erreicht werden kann, um dann die E-Mobilität in Schwung zu bekommen.

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Rainer Hahn

Rainer Hahn ist Chefredakteur von www.swissmonday.de. Mit seinem im Jahr 2005 veröffentlichtem Buch „Investieren in Asien“ und Mitgründer der Börsenpublikation „Tiger&Dragon“ und EMFIS.com war er maßgeblich an der Informationsgestaltung und Aufklärung der Emerging Markets im deutschsprachigen Raum beteiligt. Seine Expertise war bei zahlreichen Medien als Interview-Partner zum Beispiel beim Handelsblatt und DAF gefragt. EMFIS.com wurde außerdem durch die regelmäßigen Auftritte bei N-TV und der 3-SAT-Börse bekannt.

Im Anlageausschuss war Rainer Hahn bei einigen Finanzprodukten wie dem Asien Umwelt Index der Deutschen Bank und dem China Equity 2008 der ABN Bank in der Schweiz. Außerdem hat Rainer Hahn für eine Reihe von Investmentbanken Markt- und Unternehmensanalysen geschrieben.

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