Kurze Auszeit aus der Panikpropaganda

Aaaaah ein hyggeliges Hej von meiner Lieblingsfähre – der einzigartigen Elektrofähre Ellen, welche täglich bequem zwischen Fynshav und meiner Kraftinsel Ærø hin und her segelt. Immerhin möchte ich als noch Ungeimpfte nicht auch noch ein Klimaschädling sein und bin ganz dankbar dass ich in Zusammenhang mit meinem sparsamen Dieselfahrzeug und der Elektrofähre hier eher auf kleinen Puschen meinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Plötzlich still – nun, dieser Artikel möchte dir ein Stück Gelassenheit vermitteln, zwischen zwei Ländern, zwei Gesellschaften, zwei verschiedenen Möglichkeiten mit den aktuellen Geschehnissen umzugehen und zwei Regierungen, welche ihrem Volk auf völlig unterschiedlicher Weise mitteilen, wie sie planen mit der großen 4. Welle umzugehen, ohne oder mit dem Ausschluss von 20 % ihrer Mitbürger. Vor mir liegen also ein paar Tage in meiner Wahlheimat, einigen Kraftorten an denen die Vorfahren der alten Wikinger schon Mut gefunden haben, endlosen Wellen der derzeit recht rauen Ostsee und dem wärmenden Kaminfeuer, um alle Gedanken der aufbrausenden letzten Woche in Worte und Taten zu packen.

Beginnen wir einmal mit der Zusammenfassung aus den vergangenen Tagen, deutschlandweit aber auch aus meinem persönlichen Umfeld, da ich immer ein Freund von einem realistischem Bild vor der eigenen Haustür bin. Also die Inzidenz steigt, die Krankenhäuser füllen sich und Fachkräftemangel herrscht immer noch. Unser rotweintrinkender Gesundheitsexperte und die derzeitige Geschäftsführung äääähm geschäftsführenden, hochbezahlten Minister sind mit ihrer Ablösung noch nicht ganz so gut im Einklang. Ihnen fehlt die Mitte, die Balance, der Mut nun mal Tacheles zu reden, und zwar in jeder Hinsicht – vor allem mal die Wahrheit! Unter Teenagern würde man nu sagen, niemand will der Arsch sein, immerhin wollen sie ja 4 Jahre im Amt bleiben. Da ich zur Randgruppe gehöre, gilt für mich an vielen Stellen mittlerweile dass, was ich vorher schon nicht gerne in Anspruch genommen habe. Fitnessstudios waren noch nie so meins, ins Theateralter komme ich erst noch, Diskos und Bars – nun ja, eigentlich war das immer sehr nett, doch schleicht sich zwischen meinem Job, meinem Hobbyjob und meinen Verpflichtungen, wie zum Beispiel das nasse Laub vor der eigenen Haustür wegzukehren auch ein wenig die jahreszeitlich bedingte Gemütlichkeit ein. Kurzum, ich bleibe derzeit gerne abends mit meinem mehr oder weniger knackigem Rebellenpo in meinem Ikea Ohrensessel sitzen und lese die neuesten Berichte aus z. B. Österreich oder weitere tyrannischen Äußerungen unserer gut bezahlten Staatsdiener. Immerhin müssen wir uns solidarisch mit den Alten und vulnerabelen Gruppen zeigen und alle gleichzeitig schützen, in dem wir die AHA Regeln genau beachten.

Glaubt mir mal, ich würde gerne weiter in der neutralen Pandemie-Beobachterphase bleiben, doch die Umstände vor allem in Österreich haben mich doch mental einmal mehr kalt erwischt. Während ich beim Laubkehren nun auf Nachbar:Innen (bleiben wir mal politisch korrekt) stoße, die parolenmäßig mir entgegenrufen, ich solle schön gesund bleiben und hoffentlich kommt die Impfpflicht für alle bald, damit wir wieder normal leben können, frage ich sie ganz hypothetisch was uns davon gerade abhält! Immerhin wäre es doch möglich zur Arbeit zu gehen und dem Bruttoinlandsprodukt zu helfen, sich wieder zu stabilisieren, um den großen Finanzcrash aufzuhalten. Außerdem wäre es richtig toll, wenn alle die es dürfen die örtlichen Schausteller mal ne Mark mehr für die Bratwurst und den Glühwein geben, damit sie Solidarität zeigen mit ihren Gleichgesinnten. Oder vielleicht zwei, da ja davon auszugehen ist, dass die Weihnachtsmärkte gar nicht sooooo lange offen bleiben. Nun ja, was interessiert es mich, für mich ist es ja sowieso verboten. Der nächste Nachbar, welcher sich an meinem Vorgarten vorbei traut und mir vorsichtig zulächelt erzählt mir dann zugleich, dass ein anderer Nachbar gerade verstorben ist. Nun immerhin, schon hochbetagte 80 Lenzen hatte er auf dem Buckel der gute, doch plötzlich und unerwartet, wie so viele in den letzten Wochen und Monaten.

Vielleicht ist es das was meinen geschützten Nachbarn Angst macht? Und vielleicht ist es das was der doch mittlerweile geboosterten geschützten Gesellschaft Angst macht und sie einen Workaholic mit Hang zum Selbstschutz und entsprechend vorsichtigem Hygienekonzept verdächtigen, ihnen ihre heilige Freiheit zu rauben. Warum? Einfach, weil es mich gibt. Nun, kurz ausgeholt, in mir steckt die Brut eines aufständischen Bauern aus der Zeit des 2. Weltkrieges, zweimal enteignet und jeweils gut durch diese Zeiten mit seinen 7 Kindern samt meiner Oma gekommen, welche ich doch als anspruchsvolles Vorbild in Erinnerung habe. Doch letztlich ist es egal, ob meine Nachbarn mich und meine Einstellung mögen. Ich könnte auch einen auf diktierten BMI über der gesellschaftskonformen Grenzen haben, ich würde trotzdem „komisch“ auffallen. Da meldet sich gott sei Dank mein Gerechtigkeitsbewusstsein und sagt mir, Achtung Achtung…. das faule Ei erkennst du am Geruch!

Ja, ich entspreche nicht zwingend der Norm, doch wenn wir dem ungarischen Präsidenten die Hölle heiß machen, weil er der Meinung ist, Gendersprache und Co ist erst ab 18, dann sollen mir meine Provinznachbarn doch auch bitte meine Meinung tolerieren, dass ich das komplette politische System mit all seinen Sanktionen, Lobbyisten, Einschränkungen und Co auch hinterfrage. Zumindest sollen und können sie sehen, wogegen ich mich wehre. Laubfegen dagegen ist für mich total sinnvoll, denn es könnte ja jemand ausrutschen…. Wobei dafür erwähnt ist, ich habe tolle Linden vor der Tür, welche mir im Frühjahr/Sommer Schatten spenden und irgendwelche Samen in meinen Vollautomaten-Cappuccino spenden. Welch ein Luxus!

Doch zurück zum Thema Stille. Ich bin nun mittlerweile auf meiner Kraftinsel angekommen. Verfolge gerade den Lifestream der Wiener Großdemo unter dem Motto, Freiheit, Frieden, Demokratie und diskutiere mit meinem pubertierendem Sohn, was Freiheit überhaupt bedeutet. Es erschüttert mich ein wenig zwischen der Netflix und Playstation Welt. Doch gebe ich die Hoffnung nicht auf, ihm zu zeigen, dass es eine Verfassung gibt, ein Grundrecht und einen eigenen Willen. Gleichzeitig denke ich mir, vielleicht ist ein Blackout ohne Internet gar nicht schlecht. Ach ja, so ist wohl der Spagat zwischen den Generationen. Doch zum Thema Stille, ich kann für mich mal ganz offen sagen, dass auf meiner dänischen Insel die Menschen überhaupt nicht in Panik sind. Trotz einer Inzidenz von über 300. Nun das liegt daran, dass hier nur 6200 Menschen leben und es eben eine Insel ist. Doch was heißt hier Inzididenz? Ich hab mich natürlich mit meiner einheimischen Freundin ausgetauscht und was soll ich sagen, niemand hat Angst, keiner hat Groll und alle sind miteinander so drauf, dass sie einander helfen. Heißt, die die in Quarantäne sind, werden von allen anderen versorgt. Über soziale Kanäle klappt das hervorragend.

Das Thema Stille war für mich persönlich aber doch ein völlig anderes! Zwischen den Pendelfahrten von Norddeutschland nach Dänemark erlebe ich immer wieder die Covidnazis. Egal ob du auf der Rastplatztoilette anhältst ohne Maske, an der Tankstelle oder einfach banal am Geldautomaten um dir das heilige Bargeld von deinem hochgezahltem Girokonto zu ziehen, überall sind sie vorhanden und teilen dir eindringlich mit, was sie von den Nachrichten mitgeteilt bekommen haben. Dabei ist es völlig Wurscht, ob sie selbst Abstand halten können oder nicht. Es geht ums Prinzip. Ein paar Kilometer weiter, über der Grenze zu Dänemark vergessen sie ihre obligatorischen Phrasen des Gehorsams, denn da ist vieles erlaubt.

So schmunzel ich immer, wenn ich dann doch ein paar Deutsche erwische, wie sie ohne Maske und Abstand und ohne blöde Kommentare durch die dänischen Supermärkte und Innenstädte huschen. Dürfen die das überhaupt???? Nun, ich habe meine Aufenthaltsbewilligung bekommen und demnach schaue ich mir das dänische Recht und deren Verordnungen an. Und natürlich die dänische Sprache, denn sicher gibts von dieser Sorte hier auf der anderen Seite auch eine ganze Menge und es ist sicher von Vorteil, diese auch zu verstehen. Denn auch hier werden die Daumenschrauben ein wenig enger geschnallt, wenn auch auf hyggeliger Art und Weise. Doch dazu mehr in einem der nächsten Beiträge.

Ich persönlich werde nun erstmal in meinen wohlverdienten Offlinemodus gehen und mich von der hiesigen Natur inspirieren lassen. Fernab von Abstandsregeln, Maskenpflicht und Co. Mein kleiner Kompagnon der Sorte Shi Tzu wird sich freuen, wenn er durch die Felder und auf den Stränden rumstromern kann. Und genau daran sollten wir uns vielleicht mal ein Stück Gelassenheit abschauen und in die Stille eintauchen zu können. Ganz ohne den gesellschaftlichen Druck und Zwang, und den Meinungen anderer Leute. In diesem Sinne habt eine schöne Woche!

Eure Madame Tranderup

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Madame Tranderup
Der Norden Europas braucht eine authentische Stimme! Zwischen Deutschland und Dänemark zu Hause, habe ich nach vielen Jahren endlich eine neue Heimat gefunden, wo die Natur im Einklang mit sich selbst und allen Bewohnern ist, hygge einfach nicht nur ein Wort sondern ein Bewusstseinszustand ist und wo ich ganz authentisch einfach ich selbst sein kann! Zeit, um genau dieses Lebensgefühl endlich in Worte zu packen, mein Wissen aus den letzten Jahrzehnten zu teilen und Menschen, die wirklich bereit sind, auch ihre Welt zu verändern, mit eben diesem zu unterstützen!

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